Pharmakologischer Seelenmord

Die immer Schneller-, Höher-, Weiter- Mentalität der heutigen Leistungsgesellschaft, die ein Wachstum um jeden Preis forciert, überschreitet zunehmend die Belastungsgrenze vieler Menschen und fordert immer mehr Opfer. Eine zunehmende Bereitschaft auch Kinder innerhalb des Systems zu instrumentalisieren und zurechtzubiegen, damit sie angepasst funktionieren, ist nicht nur erschreckend, sondern stimmt auch sehr traurig. 

 

Die Pharmaindustrie boomt und die Umsatzzahlen erklimmen schwindelnde Höhen. 

Geld frisst Liebe. Das fatale daran ist nur, dass keine Sättigung eintritt, sondern die Gier immer größer wird. Die dadurch bedingte Zerstörung ist unausweichlich. Sowohl die Zerstörung der individuellen Persönlichkeit, als auch die der Gemeinschaft. Beides bedingt sich. Der seelenlose Mensch als funktionierendes Mitglied einer seelenlosen Gesellschaft, gesteuert von der Angst den Anschluss zu verlieren.

Wie groß muss der Leidensdruck noch werden, damit die Menschen endlich aufwachen?

 

Als ich den unten verlinkten Artikel mit dem Titel "Pharmakologischer Seelenmord" in den NachDenkSeiten las, hat es mich tief bewegt, weil er mir aus der Seele spricht. Es bewegt mich, wie sehr Menschen sich manipulieren und missbrauchen lassen, um in einem System zu funktionieren, in dem der einzelne nur einen Wert hat, solange am Ende die Zahlen stimmen. Kinder haben keine Lobby. Sie brauchen unseren besonderen Schutz.

 

Wie krank unser gesellschaftliches System ist, zeigt die wachsende Zahl medikamenten- und drogenabhängiger Menschen schon lange auf. Dass immer mehr Kinder mit Ritalin ruhig gestellt werden, ist schon schlimm genug, dass aber auch zunehmend Babys und Kleinkinder sediert werden, damit sie ruhig schlafen und ihren Eltern so ermöglicht wird, weiterhin dieses kranke, ausbeuterische System zu bedienen, ist wirklich zum Weinen.  Der erwachsene Mensch ist in der Lage "Nein" zu sagen, ein Baby oder Kleinkind kann das nicht. Es ist auf seine Bezugspersonen angewiesen. Es ist angewiesen auf Menschen, die ihm alles geben, damit es sich bestmöglich entfalten kann. Damit es Sicherheit und Stabilität erfährt und lernen kann, sich in der Welt zurechtzufinden. Kinder brauchen Liebe und Zuwendung und keine Medikamente. Wenn dafür keine Zeit mehr ist, entstehen unweigerlich Probleme. Wer soll diese Probleme lösen? Die Kita? Die Schule? Therapeuten?

Kinder, die nachts weinen und schreien tun dies nicht, weil sie ihre Eltern tyrannisieren wollen. Sie tun dies, weil sie Angst haben. Angst, allein und verlassen zu sein, verloren in einer Welt, die verdrängt hat, worum es im Leben wirklich geht. Diese Probleme kann die Pharmaindustrie nicht lösen. Im Gegenteil. Es wird einfach nur noch mehr Geld damit verdient. 

 

 

 

Doch es gibt auch einen anderen Weg, und je mehr Menschen wirklich aufwachen aus der Lethargie und Betäubung, desto größer ist die Chance für einen echten Wandel. Einen Bewusstseinswandel, der von innen nach außen stattfinden muss und der die Menschen wieder in ihre eigene Kraft bringt. Einen Wandel, der die Menschen wieder zusammenführt und der ihnen Raum gibt, für ihre wirklichen Bedürfnisse. Einen Wandel, der etwas in ihnen heil werden lässt und durch den sich die Menschen daran erinnern, wer sie sind und woher sie kommen.

 

Wir alle können Teil dieses großen Wandels sein.

Zum Artikel  "Pharmakologischer Seelenmord" 

 

erschienen in den NachDenkSeiten am 28.10.16