Mensch wach auf und sei Mensch !!

 

 

Manchmal braucht es erstaunlich lange bevor wir bemerken, dass etwas vollkommen schief läuft. Selbst wenn die Zeichen längst auf Sturm stehen, versuchen viele Menschen immer noch sich einzureden, dass es gar nicht so schlimm ist, dass es irgendwie schon gut geht oder dass das Übel von allein wieder verschwindet.

Viele wollen sich gar nicht mit der Frage nach den wirklichen Ursachen beschäftigen oder verorten die Probleme lieber bei den anderen.

Das nennt man Realitätsflucht, aus Angst vor der Auseinandersetzung, vor der Wahrheit und vor der Verantwortung. Wir Menschen sind Meister darin, uns selbst etwas vorzumachen, uns zu belügen und zu betrügen.

Warum machen wir das? Warum überlassen wir Kräften in dieser Welt die Regie, die gar nicht auf unser Wohl bedacht sind? Warum lassen wir uns von anderen Menschen täuschen und hinters Licht führen? Warum halten sich einige für übermächtig und viele andere fühlen sich ohnmächtig? Warum gibt es soviel Leid und Elend in der Welt?

 

Wir können uns diesen Fragen nur annähern und da alles Sehen in der Welt ein perspektivisches Sehen und Erkennen ist (Friedrich Nietzsche), kann ich nur meine Sicht der Dinge darstellen und hoffe, dass ich dadurch vielleicht den einen oder anderen dazu anrege, mehr Dinge kritisch zu hinterfragen, um die eigene Perspektive zu erweitern. 

 

Strukturen der Macht sind so alt wie die Menschheitsgeschichte. Andere Menschen zu unterwerfen, zu versklaven, auszubeuten und ihnen Gewalt anzutun, scheint ein starkes Bestreben in vielen Menschen zu sein. Doch Täter und Opfer gehören immer zusammen. Es sind die zwei Seiten der gleichen Medaille. Die Aggression des Täters braucht die Resignation und Unterwerfung des Opfers. Jeder für sich hat seine individuelle Lernaufgabe. Der Wunsch nach mehr Freiheit bedeutet auch mehr Verantwortung und eine Verpflichtung zur Wahrheit. Und das hat natürlich Konsequenzen für die eigene Lebensführung und  -gestaltung. Wir können uns nicht nur da die Rosinen herauspicken, wo es uns genehm ist, sondern wir sind auch dazu aufgefordert, uns aufrichtiger mit uns selbst zu beschäftigen und unseren eigenen Lebenswandel zu hinterfragen. 

 

Das, was es braucht, um das "Täter-Opfer-Spiel" zu verändern, ist Bewusstsein. Ohne Bewusstsein gibt es kein Erkennen und keinen Drang etwas zu verändern. Ohne Bewusstsein gibt es keinen Frieden und keine Heilung.

Wir müssen uns der Missstände bewusst werden, auch wenn es schmerzlich und traurig ist. Denn nur dadurch können wir die notwendigen Veränderungen herbeiführen und Heilung auf allen Ebenen erfahren. Und eines ist sicher: Am Horizont geht immer wieder die Sonne auf. Jeder Tag, den wir in dieser Welt erleben dürfen, ermöglicht uns, einen Schritt weiter in Richtung Frieden, Freiheit, Bewusstheit und Heilung zu gehen.

 

Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, sich in die falsche Richtung zu orientieren. Dorthin, wo es dunkler wird anstatt heller, und viele Menschen scheinen diesen Weg gehen zu wollen, oftmals ohne zu bemerken, wie sehr sie sich selbst schaden. Diesen Menschen ist nicht zu helfen, wenn sie nicht aufwachen und ihren Irrweg erkennen.

 

Doch viele Menschen spüren zur Zeit, dass sich in ihnen etwas regt und dass ihre Bereitschaft zur Wahrheit und Veränderung wächst. Sie wollen etwas zum Positiven verändern und das ist gut so.  Denn nur wer in sich selbst den Drang spürt, sich weiterentwickeln zu wollen, kann dies auch tun. Ohne ein Erwachen aus der Verblendung, Resignation, Gleichgültigkeit, Ignoranz und geistigen Trägheit wird sich diese Welt nicht verändern können. Freiheit ist ein hoch gehandeltes Gut, doch sie geht auch mit Verantwortungsbereitschaft einher.

Es hat überhaupt keinen Wert, ein neues Gewand anzuziehen oder die alte Maske gegen eine neue auszutauschen. Der Mensch wird dadurch nicht wahrhaftiger. Es braucht den entscheidenden Impuls aus dem eigenen Inneren, der Wunsch und der Wille authentischer sein zu wollen und etwas Sinnvolles und Gutes zu tun, weil ansonsten keine Bewegung in Richtung Heilung entsteht.

 

Wir Menschen haben eine besondere Verantwortung in dieser Welt, weil wir in der Lage sind Bewusstsein zu erlangen. Wir verkörpern sozusagen das Bewusstsein dieser Welt und nur über die Veränderung des Bewusstseins können wir die Welt verändern. Wir sind eingebunden in ein höheres Ganzes und haben unsere Aufgabe hier in der Welt. Alles in der Schöpfung unterliegt den Naturgesetzen und diese gelten natürlich auch für uns. In der Natur ist alles ein Geben und Nehmen und den Gesetzmäßigkeiten des Lebens können wir uns auf Dauer nicht widersetzen. Es steht uns einfach nicht zu, die Natur derart zu missbrauchen und ihr Gewalt anzutun, wie es leider geschieht. Diese menschliche Hybris muss und wird ein Ende finden. Die einseitig materielle Ausrichtung vieler Menschen ist ein riesiges Desaster. Dadurch hat sich global eine derart gewaltige Schieflage entwickelt (8 Menschen auf der Welt besitzen soviel wie die halbe Menschheit zusammen), dass das damit verbundene Spannungsfeld sich auf irgendeine Weise entladen muss, wenn der Ausgleich nicht friedlich herbeigeführt wird. Die Großkapitalisten beherrschen diese Welt und sie haben keinen Respekt vor dem Leben, vor der Natur, vor der Schöpfung und das hat fatale Folgen.

 

Die Verirrung vieler Menschen nimmt immer groteskere Züge an. Oft höre ich den Satz: "Die Zukunft ist digital" und denke, was für ein Wahnsinn. Die Natur ist nicht digital, sondern analog. Auch ist der Mensch kein Computer und kein Roboter und alle Bestrebungen in diese Richtung sind irrsinnig. Die Aufgabe des Menschen ist es Mensch zu sein und die in ihm angelegten Fähigkeiten zum Wohle des Ganzen zu entfalten. Die immer Schneller-Höher-Weiter-Mentalität ist eine Folge einer großen Einseitigkeit, die vollkommen unnatürlich und auf Dauer nicht aufrecht zu erhalten ist. Das Leben selbst wird für den Ausgleich sorgen, wenn wir nicht freiwillig bereit dazu sind. 

 

Die weltweit zugespitzten Konflikte können wir nur lösen, wenn wir das Wesen der Natur begreifen und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die Natur ist das heiligste Buch, das je geschrieben wurde, doch leider sind viele Menschen, trotz ihres großartigen Verstandes, zu Analphabeten mutiert.

Erst die gleichwertige Anerkennung, Würdigung und Integration des männlichen und des weiblichen Schöpfungsprinzips in uns Menschen führt zur Heilung und Ganzheit. Eine Herausforderung für jeden einzelnen Menschen, aber auch für die gesamte Menschheit. 

 

Das Ur-Weibliche als Schöpfungsprinzip  wurde gewaltsam unterdrückt, missbraucht und pervertiert. Zum Ur-Weiblichen gehören z.B. die Gefühle, die Empathie, die Intuition, die Kooperation und die Gemeinschaftsbildung. Schauen wir uns die Welt an, so kommen wir nicht umhin festzustellen, dass es gewaltig an diesen Qualitäten mangelt. Die Welt gleicht eher einem Patienten auf der Intensivstation, bei dem versucht wird, durch eine hoch-technologisierte Apparatemedizin das Leben zu erhalten, was aber auf diese Weise gar nicht gelingen kann, weil das, was als Leben bezeichnet wird, ohnehin nur noch ein Schreckgespenst seiner selbst ist.

Das Leben in all seiner Fülle, Schönheit und Vollkommenheit lässt sich nur mit allen Sinnen erfassen und begreifen. Und noch immer wollen viele Menschen nicht wahrhaben, dass wir und die Natur eins sind. Jeder Stein, jede Pflanze, jedes Tier und jeder Mensch gehört dazu. Die Entfremdung des Menschen von der Natur ist der Wahn-Sinn, welcher nur durch eine konsequente Rückbesinnung auf eine natürliche, sinnliche Erfahrung des Lebens zu heilen ist.

  

Frauen haben, sofern sie sich nicht zu sehr den verstandesorientierten Herrschaftsstrukturen unterworfen haben, naturgemäß eine ausgeprägtere Empfindsamkeit und Intuition und dadurch auch einen leichteren Zugang zur inneren und äußeren Natur. Diesen können Männer natürlich auch haben, doch neigen sie stärker dazu, ihre Aufmerksamkeit mehr nach außen zu richten, Strukturen schaffen zu wollen und dem Verstand zu folgen. Was grundsätzlich auch nicht verkehrt ist. Das Erfolgsrezept für das Leben liegt in der Verbindung von beidem.

 

Wir alle haben ein männliches und ein weibliches schöpferisches Ur-Prinzip in unterschiedlichen Anteilen in uns und die Aufgabe diese polaren Anteile harmonisch zu vereinen. Was mal mehr und mal weniger gut gelingt (z.B. Aktivität und Ruhe).

Würden wir die Intuition als geistigen Wegweiser nutzen und mit dem Verstand als ausführendem Instrument verbinden, so könnte alles in schönster Ordnung sein. Doch stattdessen wurde die Welt auf den Kopf gestellt und der Verstand zum wichtigsten Instrument auserkoren. Ein Herrscher, der einmal entfesselt, sein Unwesen ungehindert treiben konnte.

 

Der schon jahrtausende währende Weg in die heutige, zugespitzte Krise, hat aus meiner Sicht darin die wesentliche Ursache, dass der Verstand des Menschen einseitig hochgezüchtet wurde und die Verbindung zur inneren Stimme der Weisheit zunehmend verloren ging, bzw. auch gewaltsam unterdrückt wurde, z.B. durch die sog. Hexenverfolgung, um nur ein Beispiel von sehr vielen zu nennen. Viele weise, heilkundige Frauen landeten kurzerhand auf dem Scheiterhaufen.

Der Mensch hat sich im Laufe vieler Jahrtausende von sich selbst und von der Natur immer weiter entfernt. Die Wissenschaft, als Domäne des Verstandes, wurde zum alles bestimmenden Wegweiser auserkoren. Häme und Spott wurden über die Menschen ausgeschüttet, die sich dieser Entwicklung verwehrten und darin keine gute Entwicklung sahen. Die unrühmliche Rolle der Kirchen in diesem Drama möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen.

 

Die Herrschaftsstrukturen der Macht konnten nur durch zunehmende Gewalt und Manipulation aufrecht erhalten werden. Die Unterdrückung des Weiblichen, zu dem die Empathie, die Kooperation und der Gemeinschaftssinn gehören, nahmen stetig zu und wir erfahren gegenwärtig einen absoluten Höhepunkt der geistigen Verirrung und Entfremdung des Menschen von der Natur. Statt die Vollkommenheit der Natur zu begreifen, wurde und wird sie benutzt, skrupellos ausgebeutet und schändlichst behandelt.

 

Die immer Schneller-Höher-Weiter-Mentalität, die der Dominanz des Verstandes ebenso geschuldet ist, wie die zunehmende Gewalt und Verrohung der Menschen, resultiert aus der Abspaltung von der inneren und äußeren Natur. Der Mensch ist sich selbst entfremdet und das verstärkt die Angst. 

Angst, nicht um seiner selbst willen geliebt, nicht gut genug, nicht gewollt zu sein. Der Beginn einer Hetzjagd nach Aufmerksamkeit und Anerkennung bis zur völligen Entfremdung und Erschöpfung. Kompensiert durch Konsum jeglicher Art.

  

Aus meiner Sicht braucht der Weg aus dieser Krise, in die die Menschheit sich hineinmanövriert hat, ein völliges Umdenken und eine viel stärkere Integration des weiblichen Ur-Prinzips. Und da sind in erster Linie natürlich die Frauen und Männer gefragt, die sich die Intuition und die Verbindung zur Natur bewahrt oder die, die sie wieder ausgegraben haben. Und diese Menschen müssen stärker aktiv werden und sich in der Welt engagieren, um den derzeitigen Machtstrukturen das Fundament zu entziehen. Durch die Trägheit, Ignoranz und Gleichgültigkeit haben die negativen Kräfte ein leichtes Spiel und die positive Wandlung wird blockiert. Darum ist es wichtig, dass jeder Mensch bei sich selbst schaut, wie er heiler, authentischer und selbstbestimmter werden kann und wie er seinen Beitrag zur Heilung der Welt leisten kann.

 

Bewusstsein entsteht durch die vollständige Integration beider Ur-Prinzipien und dadurch entsteht auf die natürlichste Weise Frieden in der Welt.